Boxhagener Platz - Der Film
Im März 2010 kam ein neuer Film in die Kinos: "Boxhagener Platz". So lautet der Titel der Milieustudie, die nicht so recht in eine Kategorie einzuordnen ist. Liebesfilm, Satire, Hinterhofkrimi oder Nostalgie? Man kann sich nicht so recht entscheiden.
Der Film spielt im Jahre 1968 in der Gegend um den Boxhagener Platz. Während im Westen Studentenrevolten toben, wird im Osten die kleinbürgerliche Welt in all ihren Facetten dargestellt. Kaum ein Film, in dem so viele skurrile Gestalten anzutreffen wären, wie hier. Da gibt es die Großmutter Otti, die schon sechs Ehemänner ins Grab gebracht hat und gerade dabei ist, einen weiteren zu verlieren. Sie verliebt sich noch vor dem Tod ihres aktuellen Mannes Hals über Kopf in den Spartakusbund-Kämpfer Karl Wegner.
Außerdem gibt es den Altnazi und Fischhändler Winkler, der ihr ebenfalls Avancen macht. Für ihn interessiert sie sich jedoch nicht. Fisch-Winkler wird bald darauf tot aufgefunden. Wegner wird des Mordes beschuldigt und inhaftiert. Er stirbt wenig später in seiner Zelle an Herzversagen.
Ein schaurig-schöner Film, der trotz eines traurigen Endes keine negativen Gefühle hinterlässt. Das Leben in der DDR wird zwar erzählt, aber nicht plakativ in den Vordergrund gestellt. Vielmehr geht es um das Leben der kleinen Leute und die Geschichten, die sich um ihr Dasein ranken.