Boxhagener Platz - Treffpunkt in Berlin-Friedrichshain
Bis 1889 gehörte der Boxhagener Platz, der erst seit 1900 so genannt wird und vorher einfach in Amtssprache Platz D hieß, zur Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg. Mit der Auflösung der selbstständigen Gemeinde wurde das Gebiet um den Boxhagener Platz Berlin-Lichtenberg eingemeindet und seit 1938 gehört dieser zu Berlin-Friedrichshain. Genau liegt der Platz zwischen der Grünberger Straße, der Gärtnerstraße, der Krossener Straße und der Gabriel-Max-Straße. Von den Kietzbewohnern wird der Boxhagener Platz liebevoll "Boxi" genannt.
Wenn man sich so auf dem Boxhagener Platz umsieht, erkennt man, dass die Bauten aus der Zeit zwischen 1900 und 1910 saniert wurden und teilweise hier auch 50er-Jahre-Bauten stehen. Der Boxhagener Platz liegt ziemlich zentral und ist im Quartier eine kurzfristig zu Fuß zu erreichende Grünfläche. Genutzt wurde der Platz von Arbeitern, Beamten und wohlhabenden Bürgern, die um ihn herum wohnten. Nach der Wende fanden in dieser Gegend viele Hausbesetzungen statt. Heute gibt es um den Boxhagener Platz vor allem kleine Wohnungen, in denen viele junge Menschen bis 35 Jahre leben. Dementsprechend trägt hier der Erholungssuchende oft Denim Jeans und bunte Sneakers. Statistisch gesehen ist es ein dicht besiedeltes Wohngebiet. Im Quartier ist auch ein hoher Anteil ausländischer Mitbürger zu verzeichnen. So treffen auf dem Boxhagener Platz viele verschiedene Lebenseinstellungen aufeinander, was doch zur Völkerverständigung beitragen kann. Aber nicht nur zur feierabendlichen Erholung wird der Boxi gern genutzt. Hier findet jeden Samstag der Wochenmarkt statt, auf dem man sich mit frischen Zutaten für die Küche eindecken und so manche Spezialität entdecken kann. Der sonntägliche Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz ist legendär, auch wenn er seit einigen Jahren nicht mehr ganz so groß ist und weniger privater Trödel angeboten wird. Jedes Jahr wird hier das Weltfest unter einem anderen Motto veranstaltet. Verantwortlich für das Weltfest sind das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzburg und der Verein SONED e.V. (Southern Network for Environment and Development).
Kurz nach der Jahrhundertwende beginnt die Geschichte des Boxhagener Platzes. Für seine ursprüngliche Gestaltung war der Berliner Stadtgartendirektor Erwin Barth maßgeblich verantwortlich. Er entwarf den Plan und legte den Platz mit Grünfläche, Kinderspielplatz mit Planschbecken und Tierplastiken, Wegenetz und Parkbänken an. Bereits seit 1990 steht der Boxhagener Platz unter Denkmalschutz, weil er von besonderer künstlerischer und städtebaulicher Bedeutung ist. Deshalb gibt es eine Gestaltungsverordnung, in der verankert ist, dass das Erscheinungsbild erhalten bleiben soll. Mehrmals erfuhr der Platz Renovierungen, die aus verschiedenen Gründen notwendig wurden. So wurde der Kinderspielplatz aufwendig saniert und mit neuen Spielgeräten ausgestattet. Für die Kleinen stehen nun Klettermöglichkeiten, Sandkasten und das große Planschbecken bereit. Dieses ist im Sommer mit Wasser gefüllt und lädt zum Abkühlen ein. Und damit keine Langeweile aufkommt, fährt jeden Freitag der Spielwagen vor. Eine weitere Renovierung musste am "Café Achteck" im östlichen Teil des Platzes vorgenommen werden, nachdem es ausgebrannt war. Das achteckige Erscheinungsbild ist erhalten geblieben und auch die traditionellen Laternen. Seither ist die öffentliche Bedürfnisanstalt im Innenraum modern geworden. Ach ja, um die Grünfläche wurde ein weiterer Zaun gezogen. Um noch attraktiver für Familien mit Kindern zu werden, errichtete man auf der Grünfläche einen weiteren Spielplatz. Ob es nun an den Spielplätzen liegt, ist schwer zu sagen, aber der Anteil an Kindern in der Bevölkerung im Gebiet um den Boxhagener Platz ist gestiegen.
Zum realen Leben am Boxhagener Platz gehören auch die Schattenseiten. Freilaufende Hunde werden oft beklagt. Der Alkoholkonsum ist ein weiterer Grund zum Ärgernis. Leider macht der Platz auch immer wieder negative Schlagzeilen. So kam es in der Vergangenheit in der Walpurgisnacht mehrmals zu Ausschreitungen. Oder wie 2006, als eine Gruppe alleiniges Anrecht auf den Boxhagener Platz innehaben wollte. Aber es gibt auch einen Hoffnungsschimmer. In einem Pavillon befindet sich ein Café, das vom Verein Karuna initiiert wurde. Hier erhalten straffällig gewordene Jugendliche die Möglichkeit, ihre Sozialstunden abzuleisten.